Pandora, you made my day!

Pandora – für die, die es nicht kennen – ist eine Schmuckkollektion, bei der man ein Armband kauft und dann sogenannte “Charms” zukaufen kann. Das sind Perlen- oder Ring-ähnliche Schmuckstücke, welche man auf dieses Armband auffädeln kann.

Meine Frau hat seit ein oder zwei Jahren ein solches Armband und einige “Charms”. Nun gibt es eine neue Kollektion, genannt “Essence Collection”. Einige der Charms dieser Kollektion gefallen ihr gut und auf meine Frage, was sie sich wünscht sich zum Geburtstag, nannte sie mir eben diese.

Beim näheren Betrachten der zugehörigen kam mir ein Verdacht, der sich bei Besuch des örtlichen Pandora-Shops bestätigte: Für diese Kollektion gibt es ein eigenes Armband und die Charms der “Essence Collection” passen nicht auf das normale Arband, das meine Frau schon hat.

So weit, so schlecht – aber die Begründung der Mitarbeiterin hierzu nötigte mich, auf schnellstem Wege den Laden zu verlassen, um nicht einen höchst peinlichen Lachanfall direkt vor ihren Augen zu bekommen. Sinngemäß sagte sie, dass die “Charms” der “Essence Collection” ja nicht mit den “normalen” “Charms” kombiniert werden könnten, da die “Essence-Charms” ja für die Werte stünden, die man hat (es gibt Charms mit Titeln wie “Love”, “Trust”, “Courage”), während die “normalen” “Charms” ja besondere Ereignisse repräsentieren (oder so ähnlich – da habe ich schon nicht mehr so genau zuhören können vor Heiterkeit…). Weiter meinte sie mit Verweis auf Fotos im Katalog, dass ja auch ein solches “Essence” Armband mit nur wenigen “Charms” durchaus hübsch aussehen würde.
Ich hatte vermutet, dass es hier einen einfachen Grund gibt, dass sie nicht zusammenpassen: Da kann man dem Kunden noch ein zweites Armband verkaufen. Dass das ganze einen so hochtrabenden Grund hat erstaunt mich – aber man lernt ja nie aus.

Allerdings habe ich da noch einige Fragen zur “Essence” Kollektion:

  • Warum kosten Werte wie “Honesty” nur 29 EUR, Weisheit (“Wisdom”) dagegen 59 EUR? Ist Bildung wirklich so teuer? (Die uns allen am Herzen liegende Freiheit liegt genau wie die Liebe mit 39 EUR im Mittelfeld, Frieden ist mit 49 EUR ähnlich teuer wie die Weisheit)
  • Ich vermisse den Wert “Frugality” (Genügsamkeit) — wann wird dieser erscheinen und was wird er kosten?
  • Wenn man nun so ein Armband mit nur sehr wenigen die eigene Werte repräsentierenden “Charms” trägt – ist man dann ein Nihilist?

Der Untertitel von Pandora ist übrigens “Unforgettable Moments” — ich danke für einen eben solchen.

Übrigens:
Meine Frau hat sich jetzt doch stattdessen ein Parfüm gewünscht, da sie es irgendwie blöd fand, ein zweites Armband kaufen zu müssen…

Stuxnet – Der Beginn der Cyberwars?

In den letzten Tagen wurden immer mehr Details über den Stuxnet-Wurm veröffentlicht. Eine gute nicht zu technische Analyse und Zusammenfassung der bisher verfügbaren Details hat Frank Rieger in der FAZ geschrieben. Genauere Details findet man in seinem Blog. Eine detaillierte Darstellung der bisher bekannten technischen Details is bei Symantec zu finden.

Als Fazit kann man aus allen Informationen ziehen, dass es sich bei Stuxnet um eine noch nie dagewesene Malware handelt, die in ihrer Komplexität und Ausgereiftheit darauf hinweist, dass sie von einem Geheimdienst oder einer ähnlichen staatlichen Organisation erschaffen wurde.

Damit ist Stuxnet die erste entdeckte Malware, welche nicht gewöhnlichen Kriminellen zuzuordnen ist, sondern offenbar ein strategisches Ziel eines Staates (oder zumindest eines Dienstes dieses Staates) unterstützen soll. Nach allen vorliegenden Informationen ist das Ziel dieses Wurmes die Sabotage einer industriellen Anlage.

Mit anderen Worten zeigt das Bekanntwerden von Stuxnet eine neue Möglichkeit auf, wie Nachrichtendienste und andere Institutionen Sabotageakte begehen können, welche bisher den persönlichen Einsatz eines Agenten “vor Ort” erforderten – mit hohem persönlichen Risiko für diesen Agenten. Es ist zu erwarten, dass Geheimdienste nun intensiv an einer Optimierung solcher und ähnlicher Techniken des Cyberwar arbeiten werden, soweit sie dies nicht schon längst tun.

Hungertod dank Deutscher Bank, Goldman Sachs und Co.?

Habe diesen Artikel über Fefe gefunden.

Der Autor Johann Hari beschreibt hier, dass der seit 2006 zu beobachtende sprunghafte Preisanstieg für Grundnahrungsmittel vor allem darauf zurückzuführen ist, dass Großspekulanten wie Goldman Sachs und Deutsche Bank aus dem zusammenbrechenden Mart für Immobilienderivate geflüchtet sind und stattdessen mit Derivaten auf Lebensmittel (Weizen, Mais, Reis etc.) handeln.
Dies verursachte eine neue Spekulationsblase und führte zu einem exorbitanten Preisanstieg dieser Lebensmittel und in der Folge davon zu Hunger und Tod von Millionen Menschen.

Man sollte diese Tatsache jedem unter die Nase halten, der gegen eine starke Regulierung der Finanzmärkte ist. Oder ist der freie Handel das Leben von Millionen Armen und Kindern wert? Es ist entlavend für den Egoismus und das fehlende Verantwortungsbewußtsein dieser Spekulanten, die vorgeben, mit Ihren Spekulationen positive Werte zu erschaffen (z.B. Marktrisiken aufdecken und regulieren), in Wahrheit aber nur aus purem Eigeninteresse rücksichtlos das Leid vieler Menschen in Kauf nehmen.

Sehr geehrter Herr Rüttgers,

nun haben Sie leider die Landtagswahl in NRW verloren, Ihre Zukunft als Landesvater ist ungewiss. Entsprechend wird auch das Interesse der Lobbyisten stark nachlassen, sich mit Ihnen gegen Zahlung einer einträglichen Summe treffen zu dürfen.

Doch verzagen Sie nicht, begreifen Sie Ihr Scheitern als Chance! Sie haben die Möglichkeit, unter Beibehaltung Ihres Konzepts eine völlig neue Art der Politik zu machen. Mein Vorschlag: Bieten Sie dem “normalen Bürger” ein Treffen mit ihnen gegen eine angemessene Gebühr an. Hier müssen Sie natürlich Abstriche machen, denn was für den Lobbyisten “Peanuts” ist, ist für den normalen Bürger unbezahlbar. Wie wäre es, sie bietem jedem interessierten Bürger ein gemeinsamen Essen bei Italiener um die Ecke an, gegen eine angemessene “Aufwandsentschädigung” von 20 EUR? Bezahlbar auch für den Normalverdiener.

Nun werden Sie einwenden, dass dies nicht den finanziellen Vorstellungen von Ihnen und Ihrer Partei entspricht. Da muss ich zustimmen, doch bietet es im Gegenzug etwas, das den Politikern leider völlig abhanden gekommen ist: Bürgernähe.

Da können Sie mit Hans Müller ins Gespräch kommen, der Ihnen darlegt, dass er ein großes Problem damit hat, dass die zugesagten Betreuungsplätze für Kinder unter 3 wahrscheinlich nicht zu Stande kommen werden, da die Kommunen sagen, sie haben Finanzierungsprobleme. Und Ute Schmidt kann Ihnen erzählen, dass Sie trotz hunderter Bewerbungen keine neue Stelle gefunden hat und nach einem Jahr Arbeitslosigkeit nun sozial abrutschen wird, da sie in Zukunft von Hartz 4 leben muss. Und sie werden hunderte von Gesprächen führen können, die Ihnen zeigen, was für konkrete Auswirkungen die Entscheidungen der Politik beim Bürger haben.

Das erscheint Ihnen wenig attraktiv? Sie wollen lieber weiter das ganz große Rad drehen und lieber Sonntag abends bei Anne Will mit Ihresgleichen diskutieren als bei Luigi mit dem Otto-Normal-Bürger? Schade, da verpassen Sie eine große Chance. Allerdings muss ich gestehen, ich habe auch nichts anderes erwartet. Die letzen Jahre haben leider gezeigt, dass die Politiker kaum Interesse am Leben der Menschen haben. Sie reden lieber mit den Lobbyisten und überlegen sich, wie sie sich öffentlich äußern müssen, um bei der nächsten Wahl möglichst viele Stimmen zu erhalten.

Und so bleibt dem Bürger nichts anderes übrig, als seine Unzufriedenheit mit den Politikern durch Nicht-Wählen deutlich zu machen. Vielleicht denken Sie und Ihre Kollegen ja einmal um, wenn die Wahlbeteiligung unter 40 Prozent rutscht? Oder wenn CDU und SPD nur noch 20% der abgegebenen Stimmen erhalten? Hoffentlich ist es dann nicht schon zu spät für die deutsche Demokratie.

herzlichst

Ihr Frank Lorenz